Ein Neubeginn für das Hotel Carina

Wie alles seinen Anfang nahm

Man nehme eine Gruppe von Freunden, allesamt verrückt nach dem Wallis. Man füge ein Team von Architekten in einem Teambuilding-Workshop hinzu. Und schliesslich schürt man noch einen Schneesturm, um Zermatt vom Rest der Welt abzuschneiden… Das sind die Hauptzutaten im aussergewöhnlichen Abenteuer, das schliesslich im Hotel Carina gipfeln sollte.

Es ist Januar 2018 und der Sturm mit dem harmlosen Namen Eleanor, der über Europa hinwegzieht, verschont die Schweiz nicht. In Zermatt folgen auf Winde mit mehr als 145 km/h schwere Schneefälle und Schlammlawinen, die die Strasse nach Visp versperren. Mehrere Tage lang werden 13 000 Touristen in Zermatt gestrandet sein bevor eine Luftbrücke eingerichtet wird.

Abgeschnitten von der Welt können 22 Architekten, die sich im Bergdorf zu einem Teambuilding-Ausflug versammelt haben, plötzlich nicht mehr nach Genf zurückkehren. Sie kommen kurzfristig in einer ehemaligen Pension unter, die kurze Zeit zuvor von einem Arbeitskollegen erworben wurde.

Obwohl er in Genf lebt, ist der neue Besitzer im Herzen ein Zermatter. Genauso wie seine besten Freunde, mit denen er seit über dreissig Jahren regelmässig die Wände des Matterhorns hinuntersteigt. Diese Leidenschaft fürs Bergsteigen nahm ihren Ursprung in den Skilagern der Universität Genf, und sie ist seither nur noch gewachsen. Als nächstes erwerbt er mit zwei Freunden ein Chalet, das bald zum Kletter-Hauptquartier umfunktioniert wird. Mindestens so lange, bis deren Ehefrauen dem Ganzen den Riegel schieben…

Als das ehemalige Internat neben ihrem Chalet eines Tages zum Verkauf ausgeschrieben wird, denken die Freunde nicht lange darüber nach. Sie erwerben die Liegenschaft von der Familie Biner und beherbergen dort fortan Freunde und Besucher.

Im Januar 2018 sind unter diesen Besuchern dann auch die Architekten eines gewissen Architekturbüros mit dem nicht unbekannten Namen «GM Architectes Associés», oder «GMAA». (Es sind die preisgekrönten Designer der Genfer Stadtoase Les Bains Bleus sowie der Fondation Carmignac in Porquerolles.) Aber anstatt während dem Schneesturm Däumchen zu drehen, machen sich die Stararchitekten gemeinsam mit den Inhabern an die Arbeit…

Sie verfolgen das Zermatter Projekt auch nach dem Schneesturm weiter. Und bald wird aus dem ursprünglich vorgesehenen «Facelifting» eine gründliche Renovation. Es muss erwähnt werden, dass die Besitzer ihr Einverständnis zur neuen Ausrichtung ihrer Liegenschaft aus voller Überzeugung gegeben haben, denn sie waren voll und ganz in den Prozess involviert.

Klarheit, Bodenständigkeit, Schlichtheit: In der neuen Form sollte das Haus mit der Natur und der Bergwelt gleichgestellt werden. Die Kapazität des Hotels wurde dann geschickt von etwa zwanzig auf fast 100 Betten erweitert.

Obwohl das Carina komplett renoviert wurde, blieb das wichtigste am ehemaligen Gasthaus der Familie Biner bestehen: seine Seele.

Willkommen im Carina!

Im Carina,
gibt es kein Fernseher; das Erkerfenster ist Ihr Bildschirm

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